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Anstich Kohlbergtunnel im Zuge der Südumfahrung Pirna

08.09.2020

Zwar ist es mit 300 m nur ein verhältnismäßig kurzer Tunnel, der als Bestandteil der Südumfahrung Pirna durch den Kohlberg getrieben werden muss. Aufgrund der örtlichen Baugrundverhältnisse und der strikten Forderungen des Naturschutzes liegt jedoch keine Routineaufgabe vor den Bauleuten.

Die fehlende Standsicherheit des Gebirges macht die Herstellung des Felsausbruchs in Teilbereichen - so genannten Kalotten, Strossen und Ulmen - in Verbindung mit einer umfangreichen Sicherung des bereits frei gelegten Ausbruchsquerschnittes erforderlich. Die physikalische Beschaffenheit des Gesteins verhindert das effektive Auffahren im Sprengvortrieb. Und so bleibt der bauausführenden Arbeitsgemeinschaft nur das mühsame Reißen mit hydraulischem Felsbagger, um den profilgerechten Ausbruch zu bewältigen. Da, wo mehr Ausbruchenergie erforderlich wird, kommt ein hydraulisch betriebener Felsmeißel zum Einsatz.

Die Arbeitsbedingungen für die Mineure sind in den letzten 100 Jahren deutlich sicherer geworden. Gleichwohl hält man an der schönen Tradition fest, Arbeiten unter Tage einem ganz besonderen Schutz anheim zu stellen. Die Heilige Barbara ist seit jeher die für Geologen und Bergleute zuständige Schutzpatronin, deren Wirken zum Höchsten und zum Besten auch bei dieser Baumaßnahme erbeten wurde. Irdische Bauvorhaben bedürfen jedoch auch einer irdischen Vertreterin dieser Schutzheiligen, die während der Herstellung der Tunnelröhre als Patin und Namensgeberin fungiert.

Vorliegend konnte die Ehefrau des zuständigen Staatsministers, Frau Susann Dulig, dieser verantwortungsvollen Stellenbeschreibung gerecht werden. Und so schritt Frau Dulig, mit Schutzhelm und Gummistiefeln ausgerüstet und von Fachleuten flankiert, nach den Grußworten der Repräsentanten von Staatsregierung, Bauherrn, Stadt und Baubetrieb zur Tat. Schweres Gerät aus dem Maschinenpark wurde für das rituelle Anklopfen an den Berg von filigraner Frauenhand bedient. Mit diesem symbolischen Akt startete der bergmännische Vortrieb des Susann-Tunnels in den Kohlberg. Die Arbeiten werden ununterbrochen andauern, also 24 Stunden pro Tag und an 7 Tagen in der Woche, bis der Durchstich geschafft sein wird.

Umrahmt von den Segenswünschen geistlicher Würdenträger konnte der Baubeginn anschließend mit einem angemessenen Festakt unter speziell getroffenen Pandemievorkehrungen, aber wie üblich mit Bratwurst, regionalem Senf und alkoholfreiem Getränk besiegelt werden.

Die EIBS GmbH stellt bei diesem anspruchsvollen Bauvorhaben, das neben Pirnas längstem Straßentunnel auch noch aus der Großbrücke über das Gottleubatal, weiteren Ingenieurbauwerken und der eigentlichen Straßenverkehrsanlage besteht, den Sicherheits und Gesundheitsschutzkoordinator und erfüllt somit die entsprechend übertragenen Bauherrenpflichten.

Festplatz
Festplatz
Coronaschutzmaßnahmen
Coronaschutzmaßnahmen
Bohrmaschine
Bohrmaschine
Begleitfahrzeug
Begleitfahrzeug
Schutzheilige Barbara
Schutzheilige Barbara
Geistlicher Beistand
Geistlicher Beistand
Tunnelpatin Dulig - Frau des zuständigen Staatsministers
Tunnelpatin Dulig - Frau des zuständigen Staatsministers
Einstieg
Einstieg
Anstich
Anstich
Verantwortungsbeginn - Tunnelpatin und Chef der Baufirma
Verantwortungsbeginn - Tunnelpatin und Chef der Baufirma

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